Künstliche Intelligenz, starke Netzwerke und neue Perspektiven: GISA bei der RNT in Kairo
Vom 14. bis 16. September 2026 nahm die Deutsche Internationale Schule Accra an der Regionalen Netzwerktagung der Deutschen Auslandsschulen der Region J in Kairo teil. Gastgeberin war die Deutsche Evangelische Oberschule Kairo.
Doch was verbirgt sich eigentlich hinter einer RNT? Regionale Netzwerktagungen sind Arbeits- und Austauschformate innerhalb des weltweiten Netzwerks der Deutschen Auslandsschulen. Die von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) betreuten Schulen sind dafür in Regionen zusammengefasst. Zur Region J gehören Deutsche Auslandsschulen aus mehreren Ländern Afrikas und des Nahen Ostens. Trotz großer geografischer Entfernungen stehen viele dieser Schulen vor vergleichbaren pädagogischen, organisatorischen und strategischen Herausforderungen. Die RNT bietet deshalb Raum, Erfahrungen zu teilen, voneinander zu lernen und gemeinsame Lösungen zu entwickeln.
Künstliche Intelligenz gezielt und verantwortungsvoll einsetzen
Im Mittelpunkt der diesjährigen Tagung stand das Thema „KI – gezielter Einsatz in der Schule: Unterricht, Verwaltung und Strategien“. Unter der Moderation von Fritz Helms und mit einem fachlichen Impuls von Dr. Judith Huget beschäftigten sich die Teilnehmer mit der Frage, wie künstliche Intelligenz die Arbeit Deutscher Auslandsschulen sinnvoll unterstützen kann.
Dabei ging es nicht nur um einzelne Programme oder technische Möglichkeiten. Diskutiert wurden konkrete Einsatzfelder im Unterricht, bei der sprachlichen Differenzierung, in der Kommunikation, in der Verwaltung und in der Schulentwicklung. Weitere Schwerpunkte waren Datenschutz, verantwortungsvolle Nutzung, notwendige Kompetenzen, schulische Leitlinien und die Frage, wie aus individuellen Erfahrungen schrittweise eine gemeinsam getragene Praxis entstehen kann.
In Präsentationen, Arbeitsgruppen und intensiven Gesprächsrunden stellten die Schulen ihre bisherigen Erfahrungen vor, verglichen unterschiedliche Ansätze und entwickelten mögliche nächste Schritte. Deutlich wurde: Künstliche Intelligenz kann Lehrkräfte, Schulleitung und Verwaltung wirksam entlasten und neue Lernmöglichkeiten eröffnen. Die Verantwortung für Inhalte, pädagogische Entscheidungen und Qualität bleibt jedoch immer beim Menschen.
GISA mit Schulleitung, Vorstand und Verwaltung vertreten
Für die GISA nahmen Schulleiter Rainer Kropp-Kurta, Beatrice Thiel als Vertreterin des Vorstands und Ada Kulakowska-Harrak für die Verwaltung an der Tagung teil. Damit waren bewusst drei Perspektiven vertreten, die für die weitere Entwicklung einer schulischen KI-Strategie zusammengehören.
Die GISA brachte ihre bereits vorhandenen Erfahrungen aus Unterricht, Kommunikation, Dokumentation, Schulleitung und Schulentwicklung in den Austausch ein. Gleichzeitig nahm das Team zahlreiche Anregungen anderer Schulen mit. Die Ergebnisse sollen nun innerhalb der erweiterten Schulleitung, des Kollegiums, der Verwaltung und des Vorstands weiter beraten werden. Dabei geht es nicht um einen starren Masterplan, sondern um einen realistischen und verantwortungsvollen Entwicklungsprozess, der an der bestehenden Praxis der GISA anknüpft.
Begegnungen, die über die Tagung hinausreichen
Mindestens ebenso wichtig wie das offizielle Programm waren die persönlichen Begegnungen. Regionale Netzwerktagungen leben davon, bestehende Kontakte zu pflegen und neue Verbindungen zwischen Schulen aufzubauen. Gerade für Auslandsschulen, die über große Entfernungen hinweg arbeiten, entstehen so wertvolle Möglichkeiten für schnelle Beratung, gegenseitige Unterstützung, gemeinsame Fortbildungen und den Austausch von Materialien und Erfahrungen.
Zum offiziellen Rahmenprogramm gehörte auch ein gemeinsamer Besuch des Grand Egyptian Museum. Dieser ergänzte die Tagung um einen eindrucksvollen Einblick in die Geschichte und Kultur des Gastgeberlandes und bot zugleich Gelegenheit, die fachlichen Gespräche fortzuführen.
Die in Kairo geknüpften Verbindungen werden fortgeführt: Am 27. Oktober 2026 treffen sich die Schulen online unter dem Titel „KI in unserer Schule“, um Zwischenstände, Unterstützungsbedarfe und weitere Perspektiven auszutauschen. Am 25. und 26. Januar 2027 folgt eine KI-Konferenz der Region J in Addis Abeba.
Für die GISA war die Tagung damit weit mehr als eine Fortbildung. Sie war ein wichtiger Schritt, um eigene Erfahrungen zu reflektieren, neue Impulse aufzunehmen und gemeinsam mit anderen Deutschen Auslandsschulen tragfähige Brücken in die Zukunft zu bauen.









